Ananas – Vitalstoffe aus den Tropen
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Der Ananas wird eine intensive Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt. Belegt ist bisher vor allem ihr erhöhter Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen.

Botanik und Herkunft

Die Ananaspflanze ist eine faszinierende Überlebenskünstlerin, die sich perfekt an nährstoff- und regenarme Regionen angepasst hat. Die fleischigen Blätter werden bis zu 80 Zentimeter lang und rund sechs Zentimeter breit. Sie bilden eine Rosette, in der sich Regenwasser sammelt. Nach rund eineinhalb Jahren bildet sich daraus eine wunderschöne, rötlich-violette Blüte, aus der schliesslich die stachelige Frucht mit dem typischen Geschmack heranreift.

Ursprünglich stammt die Ananaspflanze aus dem Süden Brasiliens und aus Paraguay. Die portugiesischen Seefahrer und Eroberer brachten sie auch in andere Weltgegenden. Mittlerweile wird sie in grossen Monokulturen angebaut. Zum Teil wird das Wachstum der Blüten und der Früchte mittels Begasung beschleunigt. Dank fairem Handel haben sich die Arbeitsbedingungen für die Plantagenarbeiter manchenorts etwas verbessert.

Einstiges Luxusgut

Die Früchte werden in Südamerika, in Asien und Afrika in grossen Mengen produziert. Dabei gibt es hinsichtlich Farbe und Aroma beträchtliche regionale Unterschiede; einige besonders aromatische und süsse Sorten wurden gezielt gezüchtet. Einige Arten werden vor allem als attraktive Zierpflanzen genutzt, ihre Früchte fallen klein aus.

Im Gegensatz zu früher werden Ananas heute relativ preisgünstig, frisch oder in der Konservendose angeboten. Sie sind ganzjährig erhältlich; zwischen Mai und August werden sie saisonbedingt knapper, dann steigen die Preise der frischen Früchte etwas an. Rund eine Million Tonnen Ananasscheiben in Blechdosen werden heute verkauft. Der Abfall beim Ausstanzen der Scheiben wird dem Vieh verfüttert.

Einst waren Ananasfrüchte vergleichbar dem Kaviar von heute: Sie waren ein absolutes Luxusgut und Prestigeobjekt. Im 18. Jahrhundert galt es bei der adeligen und vermögenden Oberschicht in Westeuropa als chic, Ananas in eigenen Gewächshäusern anzubauen.

Tipps für den Kauf und die Lagerung

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass die Ananas nach der Ernte nicht nachreift. Die Lagerung kann zu Schimmelbefall führen. Beim Kauf sollte man auf einen fruchtig-frischen Geruch und auf grüne Blätter achten. Wenn sich diese leicht herausziehen lassen, gelten die Früchte als im idealen Reifestadium befindlich. Sie vertragen keine Temperaturen unter sieben Grad, Zimmertemperatur ist deshalb zweckmässig.

Selten wird eine ganze Ananas aufs Mal verzehrt. Dann bleibt die Frage der richtigen Lagerung der Teile, die später gegessen werden: Geschälte Stücke kann man zwei, drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Damit sie dort frisch bleiben und keine Fremdgerüche annehmen, werden sie in verschliessbare Behälter oder in Frischhaltefolie gegeben. Mit Alufolie kann es zu chemischen Reaktionen kommen. Auch mit Milchprodukten sollten sie nicht kombiniert werden. Ein bestimmtes Eiweiss der Ananas lässt die Verbindung bitter schmecken.

Interessante Inhaltsstoffe

Die tropischen Früchte enthalten wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente in grösseren Mengen: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Zink. Im Weiteren auch die Vitamine C, B1, B2, B6, E sowie Folsäure.

«Als besonders vorteilhaft gilt das Enzym Bromelain. Ihm wird auch eine fettabbauende Wirkung nachgesagt; belegt ist sie allerdings nicht.»
Adrian Zeller

Hingegen wirkt es nachweislich entzündungshemmend und unterstützt die Verdauung.

Bromelain ist nur in frischen Früchten zu finden, das Pasteurisieren bei der Konservenherstellung zerstört es. Zudem wird es von der Magensäure weitgehend abgebaut. Bei der medizinischen Anwendung wird es daher in magensaftresistenten Kapseln verabreicht.