Berberin
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Der pflanzliche Farbstoff verjüngt die Zellen und senkt den Blutzuckerspiegel.

Berberin, auch bekannt als Sanddorn

Berberin ist ein gelber Pflanzenfarbstoff, der in der Naturheilkunde von grosser Bedeutung ist. Chemisch gehört dieser Inhaltsstoff zu den Alkaloiden. Der gelbe Farbstoff kommt in verschiedenen Pflanzen vor. In besonders hohen Mengen jedoch in der Berberitze (Berberis vulgaris), weshalb die Forscher ihn Berberin nennen. Die Pflanze ist ein Strauch, der in ganz Europa wie auch in Asien heimisch ist. Wir finden ihn bevorzugt an Wegrändern und in lichten Hecken.

Häufig wird die Berberitze Sanddorn genannt; und wie dieser Name vermuten lässt, sind die Äste mit kräftigen Dornen versehen. Die Blüten sind gelb und die Früchte rot. Die Beeren der Berberitzen sind essbar, allerdings ziemlich sauer.

Von allen anderen Pflanzenteilen lässt man lieber die Finger. Sie enthalten Berberin in so hoher Dosierung, dass es vor allem bei Kindern Übelkeit und Durchfall verursachen kann. Wie fast immer in der Medizin sind Heilmittel giftig und entfalten nur in der richtigen Dosierung eine gesunde Wirkung.

Antiseptisches Naturheilmittel

Berberin kann direkt aus der Natur bezogen werden, allerdings ist auch hier auf die Dosis zu achten. Deshalb empfiehlt es sich, die fertig käuflichen Kapseln zu verwenden. Da Berberin giftig sein kann, sollten Schwangere besser ganz darauf verzichten.

Schon seit früheren Zeiten, als die Menschen noch keine Fertigprodukte kaufen konnten, wurde Berberin als antiseptisches Mittel verwendet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Besonders gut wirkt der Stoff gegen Bakterien und Amöben. In der Ayurvedischen Medizin wird das Heilmittel in der Wundbehandlung und als Nahrungsergänzung verwendet.

Bei Diabetes, Cholesterin- und Kreislaufproblemen

Heute ist Berberin vor allem gegen Zivilisationskrankheiten im Einsatz. Der natürliche Farbstoff senkt den Cholesterinspiegel im Blut, der für Herz- und Kreislaufprobleme verantwortlich ist. Besonders nützlich sind die Kapseln für diejenigen, die an der Zuckerkrankheit leiden. Beim Diabetes Typ 2, der vor allem bei älteren Menschen vorkommt, wird durch diese chemische Substanz der Zucker weniger schnell aus dem Darm aufgenommen. Dadurch schnellt der Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten nicht gleich in die Höhe und das Insulin hat mehr Zeit, den Zucker zu verarbeiten. Berberin greift an mehreren Stellen in den Stoffwechsel ein und wirkt dadurch komplex und effektiv.

Wirksames Anti-Aging-Mittel

Neben der Anwendung als Naturheilmittel ist Berberin ein natürlicher Farbstoff und wurde früher auch als solcher verwendet. Man färbte damit die selbstgesponnene Wolle oder auch Leder.

Diese Verwendung ist kaum noch bekannt, umso mehr aber interessierte sich die Altersforschung für diese Substanz. Sie fand heraus, dass Berberin gerade für ältere Menschen viele Vorteile hat. Zum einen soll es das Gedächtnis unterstützen:

«Das Naturprodukt greift gezielt in die komplizierten Abläufe im Gehirn ein und verbessert die Leistung der Neurotransmitter. Dadurch können bei regelmässiger Einnahme des Produktes die Lernfähigkeit sowie das Erinnerungsvermögen wesentlich gesteigert werden.»
Judith Dominguez

Zum andern: Im Alter gerät der Körper etwas aus der Form und legt Fettpölsterchen an. Auch dagegen soll Berberin wirken. Natürlich sind keine Wunder zu erwarten und Übergewicht hat bekanntlich viele Ursachen, aber ein wenig Unterstützung durch die Natur kann nicht schaden.

Ausserdem soll Berberin die Zellen darin unterstützen, Abbauprodukte abzutransportieren. Das macht die Zellen widerstandsfähiger und langlebiger. Genau, was man sich im Alter für jede einzelne Zelle nur wünschen kann.