Entspannung für den Schlaf
Lesezeit ca. 4 min

Versuchen Sie niemals, krampfhaft einzuschlafen; denn erst, wenn die Begriffe Entspannen und Loslassen verstanden werden, sind diese dem Einschlafen förderlich. Dazu ein paar Hinweise …

Tiefschlaf- und Traumschlafphasen

Nach einem Stadium der Ermüdung folgt das Einschlafen, das in leichten Schlaf übergeht. Erst danach kommt das Stadium der mittleren Schlaftiefe, die in den eigentlichen Tiefschlaf mündet. Jetzt läuft der ganze Organismus auf Sparflamme, die Muskulatur entspannt sich, wird schlapp …  Schlaf  heisst ursprünglich nichts anderes als «schlapp werden» und ist etymologisch mit «schlaff» verwandt.

Ebenso wichtig wie die langen Tiefschlafphasen für die nächtliche Regeneration des Körpers sind die schnellen Traumschlafphasen für das seelische Wohlergehen des Menschen. Alle Körperfunktionen werden wieder beschleunigt: Die schnellen Gehirnströme gleichen denen des Wachzustandes. In dieser Traumschlafphase, auch REM-Phase genannt, ist die Ansprechbarkeit für äussere Reize bis zur Unempfindlichkeit gedämpft. Ganz wichtig: Gewisse Tageserlebnisse, Gedanken, Wünsche, Emotionen werden im Gehirn sortiert und zu Träumen verarbeitet.

REM? Das Kürzel REM steht für «rapid eye movement», da dieses Stadium durch schnelle Augenbewegungen des Schlafenden charakterisiert ist. Interessant: Die verschiedenen Schlafphasen wiederholen sich in einer Wellenbewegung gleich drei- bis fünfmal pro Nacht, wobei die Schlaftiefe immer geringer und die Traumdauer immer länger werden.

«Auf wunderbare Weise gleicht der Körper übrigens gelegentliche Schlafdefizite aus: Haben wir Kummer oder sind wir emotional aufgewühlt, verlängern sich bezeichnenderweise die Traumschlafphasen, während der Schlaf nach einer durchwachten Nacht auffallend lange Phasen des erholsamen Tiefschlafs aufweist. Der Natur sei Dank!»
Jacqueline Trachsel

Entspannen ernst nehmen

Kurzdauernde, gelegentlich auftretende Schlafstörungen kommen bei den meisten Menschen vor. Sie bedürfen keiner speziellen Behandlung, da sie gewöhnlich von selbst wieder verschwinden. Eine Verkürzung der Schlafdauer hat keine ernsthaften Auswirkungen auf Befinden oder Gesundheit. Deshalb: Ziehen Sie beim Aufstehen einen Schlussstrich unter die durchwachte Nacht, und halten Sie sie sich vor Augen, dass Schlaf, wie einst Professor Lubin-Plozza klar sagte, «lernbar ist».

Dazu braucht es etwas Geduld und ein paar simple Regeln:

«Versuchen Sie, sich vor dem Schlafengehen möglichst zu entspannen; das heisst, denken Sie an etwas Angenehmes, lesen Sie ein paar Zeilen in einem nicht zu aufregenden Buch oder hören Sie noch etwas Musik.»
Jacqueline Trachsel

Wichtig ist, dass Sie jeden Abend das gleiche Einschlafritual einhalten, das Ihrem Körper das Signal zur Ruhe gibt. Wie sagte doch die legendäre Coco Chanel in diesem Zusammenhang: «Schonen Sie Ihre Ohren, schonen Sie Ihre Augen, schonen Sie Ihre Gedanken, schonen Sie Ihre Nerven.»

Entspannung für den Schlaf

Wie dem auch sei, vor oder nach Mitternacht bleibt Geschmackssache; eindeutig ist hingegen erwiesen, dass Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Atemtherapie äusserst hilfreich sind.

Schlafförderer und Schlafkiller

Entspannend und ebenso wohltuend auf Körper und Seele wirken warme Bäder mit reinen Ätherischen Ölen, wie man sie in der Aromatherapie anwendet.

Regelmässige Abendrituale,  Abendspaziergänge, Musikhören, Meditation, Einschlafübungen – «Last but not least» führen manchmal auch kleine Veränderungen im Schlafzimmer zu durchschlagendem Erfolg.

Zu den Dingen, die zu besserem Schlaf führen, zählen überdies ein geregelter Lebensrhythmus und leichtere Nachtessen. Verzichten Sie dabei aber auf Rohkost, da die darin enthaltenen Faserstoffe während der Nacht vom Darm nicht weitertransportiert werden und zu gären beginnen, was Blähungen verursachen kann.

Meiden Sie Schlafkiller wie Koffein und Nikotin, die eine stimulierende Wirkung auf das Nervensystem haben. Auch Alkohol wirkt stimulierend, eignet sich auch in grösseren Mengen nicht als Schlummertrunk.

Entspannung nach Feierabend funktioniert aber nur, wenn man sich tagsüber nicht gnadenlos auspowert.

Entspannen heisst, der körperlichen und seelischen Unruhe gute Nacht zu sagen!