KERNgesunde Ernährung
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Wenn es nach Bianca Huber von der REFORMHAUS Drogerie an der Löwestrass in Zürich geht, ist unser Metabolismus der Kern unseres Organismus. Was sie damit meint und was sie über «kerngesunde» Ernährung denkt, verrät sie mir im Interview.

Was bedeutet Ihrer Meinung nach kerngesunde Ernährung?

Kerngesunde Ernährung hat für mich viele Facetten. Zum einen ist es die Gesundheit von innen. Stellen Sie sich einen Kern vor, der in einer Schale verpackt ist; ähnlich wie unser Immunsystem und Organismus. Zum anderen kommt die Gesundheit von aussen. Demnach orientiert sich die Gesundheit des Menschen an seiner Vollkommenheit.

Für die Kerngesundheit des Menschen spielen mehrere Aspekte eine wesentliche Rolle: Nebst einer ausgewogenen, gesunden Ernährung kommen wir ohne Bewegung nicht weiter. Also braucht es körperliche Aktivität. Dadurch werden der Stoffwechsel aktiviert und die Verdauung sowie das Wohlbefinden gefördert. Nicht zu vergessen ist auch die mentale Gesundheit.

Warum sind Kerne wichtig für die Ernährung?

Unter den Begriff Kerne fallen beispielsweise Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne, auch Samen und Saaten, die sich in Salatmischungen finden lassen. Im Vergleich zu Nüssen unterscheiden sie sich in Bezug auf ihren Nährwert nicht gross voneinander. Nüsse haben eine verholzte Schale, sind also in sich geschlossen. Wir reden hier von einer Nuss. Kerne sind biologisch betrachtet anders zusammengesetzt. Sonnenblumenkerne beispielsweise haben eine weiche Schale, in deren Mittelpunkt sich mehrere Kerne befinden. Der Unterschied zwischen Kernen und Nüssen liegt neben dem Aussehen hauptsächlich in der Biologie. Beide beinhalten diverse Fettsäuren, beispielsweise Omega 3 oder Omega 6. Hinzu kommen Ballaststoffe, die wichtig sind für die Darmfunktion und die dort lebenden Bakterien. Ebenso sind B-Vitamine, Magnesium oder auch Kalium unverzichtbar für den Stoffwechsel, unsere Ernährung und somit für unseren Körper.

Welche Kerne gelten als gesund und von welchen sollte man lieber die Finger lassen?

Bei den gesunden Kernen würde ich persönlich den Fokus auf einheimische Lebensmittel richten. Da spielt insbesondere das Klima eine wesentliche Rolle. Leinsamen, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne sorgen für einen guten Stoffwechsel. Hier empfehle ich Bioprodukte. Von Billigprodukten und möglicherweise mit Pestiziden behandelten Produkten ist abzuraten.

Kerne von Aprikosen, der Avocado oder von Pfirsichen gelten zwar als Superfood, jedoch produziert der Körper daraus Blausäure, was schädlich sein kann und das Ganze relativiert. Der Verzehr dieser Kerne ist eher unter Aufsicht und therapiebegleitend zu empfehlen.

Greifen Sie lieber auf Baumnüsse zurück, da sie die Gehirnfunktion unterstützen. Mandeln und Erdnüsse nicht zu vergessen. Cashewnüsse enthalten viel Eiweiss, was sättigend wirkt. Achten Sie darauf, unbehandelte Kerne und Nüsse zu essen, wenn Sie auf ihre Figur achten oder abnehmen wollen. Idealerweise empfehle ich den Genuss von Kernen und Nüssen ohne unnötige und zusätzliche Öle oder Geschmacksverstärker wie Zucker und Salz.

Wie lautet die Faustregel für den täglichen Bedarf?

Man empfiehlt ungefähr 30 Gramm oder ein bis zwei Esslöffel täglich, was in etwa einer Handvoll entspricht. Ich würde aber auch sagen, das ist individuell verschieden und richtet sich nach der körperlichen Verfassung des Einzelnen. Nicht zu vergessen ist, dass Kerne zahlreiche Kilokalorien beinhalten.

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Was macht Granatapfelkerne so besonders?

Sie schützen unsere Zellen, Augen, das Herz. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf unsere Haut und Schleimhäute. Besonders für Frauen in den Wechseljahren sind Granatapfelkerne sehr empfehlenswert.

Kürbissuppe oder doch eher Kürbiskerne?

Hier plädiere ich für beide Varianten. Der Kürbis gilt als Herbst- bzw. Wintergewächs. Er wirkt sehr erdend, gibt viel Energie und ist zudem ein guter Mineralstoffspeicher. Ausserdem enthält er Farb- und Ballaststoffe, die wieder einmal wichtig sind für den Stoffwechsel und unsere Zellen. Idealerweise kann man die Kerne der Kürbissuppe beigeben oder zwischendurch naschen. Besonders für Männer, die unter Prostatabeschwerden leiden, ist Kürbiskernextrakt sehr empfehlenswert.