Kontaktallergie: Gefahr für die Haut
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Eine Allergie liegt dann vor, wenn das Immunsystem des Betroffenen überempfindlich reagiert. Im Falle einer Kontaktallergie sind es – anders als beispielsweise bei allergischem Heuschnupfen – aber keine Antikörper, die gebildet werden und zu Krankheiten führen.

Was ist eine Kontakallergie?

Hier handelt es sich vielmehr um Körperzellen, die in der Haut lokalisiert sind und beim Kontakt mit einem Stoff diesen als etwas erkennen, das «stört»; genau diese Zellen wehren sich nun durch die Freisetzung von körpereigenen Wirkstoffen, die in der Folge beim betreffenden Menschen Symptome auslösen.

Die Kontaktallergie ist eine Allergie des verzögerten Typs, bei dem die Hautreaktionen nicht sofort, sondern erst 24 bis 72 Stunden nach Kontakt auftreten. Je nach Allergenmenge und Kontaktdauer entwickeln sich unterschiedliche Hautveränderungen. Kontaktallergien zählen mittlerweile zu den häufigsten Hautkrankheiten. Und obwohl weder ansteckend noch lebensbedrohend, vermögen sie die Lebensqualität stark zu beeinträchtigen; denn auf Mitmenschen wirkt der Anblick von nässenden oder rotgefärbten, entzündeten Ekzemen doch eher abstossend.

In welcher Körperregion diese Hautveränderungen zu beobachten sind, hängt häufig davon ab, wo der Hautkontakt stattgefunden hat. Zu bedenken ist, dass die Reaktion nicht sofort auftritt, sondern – wie vorher beschrieben – ihre Zeit braucht, um sich, langsam steigernd, voll auszubilden.

Welche Substanzen sind Auslöser?

Welche Substanzen – oder besser: Kontaktallergene – können konkret genannt werden? Grundsätzlich gilt: Deren Zahl ist unüberschaubar gross. Tausende natürlich und künstlich hergestellte Stoffe können Kontaktallergien auslösen. Sie begegnen uns in Artikeln des täglichen Bedarfs, bei der Körperpflege, am Arbeitsplatz und selbst in Medikamenten.

Die Kontaktallergie ist bei Erwachsenen die häufigste Allergieform – und eine der häufigsten Berufskrankheiten in risikoerhöhten Jobs: etwa als Bauarbeiter, Maler, Coiffeuse, Fotolaborant, Gärtner, Schreiner, Metallarbeiter oder im Gesundheitswesen. Aber auch Gummi-Chemikalien führen in zunehmendem Masse zu Kontaktallergien, wobei die Latexallergie im Zeitalter des nach wie vor aktuellen AIDS besondere Aufmerksamkeit verdient.

Gefährlicher Nickel und reizende Duftstoffe

Häufige Allergene sind Metalle (Nickel, Kobalt), Chromate und Perubalsam, um nur einige zu nennen.

Eine weitere, wenngleich seltene Form einer Kontaktallergie liegt dann vor, wenn die Aufnahme des Allergens über die Nahrung erfolgt, die Reaktion sich aber auf der Haut zeigt. Dies kann beispielsweise bei Nickel passieren, als einer der häufigsten Auslöser. Nickelpartikel in der Nahrung werden vom Verdauungstrakt aufgenommen; über das Blut gelangt das Allergen in die Haut und kann dort ein Ekzem hervorrufen.

Das Metall ist in (günstigem) Schmuck enthalten, wie ihn meist Mädchen und junge Frauen tragen: Ohrringe, Ohrstecker, Halsketten, Piercings und Fingerringe. Nickel steckt aber ebenso in Reissverschlüssen, Jeans-Knöpfen, Gurtschnallen, Armbanduhren, Brillengestellen und Münzen.

Kontaktallergien treten vermehrt im Zusammenhang mit Duftstoffen in Kosmetika, Pflegeprodukten, Waschmitteln sowie in Putz-, Desinfektions- und Haarfärbemitteln auf.

Sogar gewisse Naturprodukte können ein Kontaktekzem auslösen oder auch Naturstoffe, Konservierungsmittel und Pflanzen.

«Auch nach jahrzehntelangem, problemlosem Kontakt mit einer Substanz kann sich plötzlich eine Kontaktallergie entwickeln. Gelingt es, das Allergen konsequent zu vermeiden, heilt das Ekzem meist spurlos ab.»
Jacqueline Trachsel

Jedoch darf die Kontaktallergie nicht mit einem toxischen Kontaktekzem verwechselt werden, das auf einer Schädigung der Haut durch aggressive chemische oder physikalische Einflüsse beruht.

Diagnose und Behandlung

Kontaktallergien können durch eine spezielle, allergologische Untersuchungsmethode aufgedeckt werden: dem Pflaster- oder auch «Epikutantest». Hierzu werden kleine Testkammern, die mit verschiedenen potentiellen Allergenen gefüllt sind, für (in der Regel) 48 Stunden auf die Oberarme oder den Rücken geklebt; danach werden die Testpflaster abgenommen und eventuelle Hautreaktionen abgelesen.

Was im individuellen Fall zu tun ist, welche Kontakte vermieden werden müssen, ist in einem ausführlichen Arztgespräch zu klären. In vielen Fällen ist ein Allergiepass wichtig: Damit können – als wichtige Präventions- und Behandlungsmassnahme – auch «Fehler» beim Kauf von Kosmetika oder Probleme bei der zahnärztlichen Behandlung vermieden werden.