Machen Sie Ihren Beinen Beine
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Ein grosser Irrtum wäre es zu glauben, Krampfadern (Fachsprache Varizen) seien ausschliesslich ein kosmetisches Problem. Venenleiden ist eine Volkskrankheit, von der mehr Frauen als Männer betroffen sind. Familiäre Veranlagung und Bewegungsmangel gelten als Hauptursache für die häufigste aller Gefässerkrankungen. Langes Sitzen und Stehen, Hormone, Schwangerschaft und Übergewicht wirken zusätzlich begünstigend.

Regelmässige körperliche Bewegung – vor allem Walking, Wandern und Tanzen – sind das A und O für ein gesundes Venensystem. Die Bewegung stärkt die Muskulatur und das Bindegewebe. Damit erhalten auch die Venen verstärkten Halt.

Wichtig ist auch eine konsequente und bewusste Lebensführung. Dazu gehören die Gewichtskontrolle, bei Venenschwäche steht die Kompressionstherapie im Vordergrund, also vom Arzt verordnete, angepasste Kompressionsstrümpfe, die durch ihr feinmaschiges Gewebe Druck ausüben und die Venen in den Beinen zusammenpressen und konsequent getragen werden müssen.

Vorbeugen ist wichtig

Sinnvoll ist es auch, wenn öfters die Beine hochgelagert, sie im Sommer kalt abgeduscht oder mit einem kühlenden Venengel verwöhnt werden.

Tipps gegen Krampfadern

Krampfadern-Kandidatinnen beugen vor, indem sie ihre Wadenmuskelgruppe so oft wie möglich betätigen. Gehen, Laufen, Joggen, Schwimmen, Radfahren sind ideale Sportarten – kurz alles, womit die Beine auf Trab gebracht werden.

Wie gesagt, wohltuend wirken kühle bis kalte Duschen, tabu ist Wärme, sei es in der Sauna, im Thermalbad oder beim Sonnenbaden.

Ebenfalls tabu sind hohe Absätze, weil sich der hintere Wadenmuskel zusammenzieht und die Vene nicht leergepumpt wird. Das heisst, die Muskelpumpe arbeitet nicht. Wer stattdessen mehrheitlich niedrige Absätze trägt und so oft wie möglich barfuss geht, bei dem arbeiten die Venen am effektivsten.

Schlecht ist das Übereinanderschlagen der Beine, weil ein Druck entsteht, der einen Rückstau in den Venen verursacht. Nicht nur das allein, sondern auch, weil dabei gesessen wird, statt in Bewegung zu sein, was den Venen die Arbeit noch schwerer macht.

In einem Merkblatt für Venenpatienten wird empfohlen, die «S»- und «L»-Regel zu beachten, nämlich: «Sitzen und Stehen ist schlecht, lieber «Liegen und Laufen».

Apropos Liegen; öfter mal die Beine so hoch lagern, dass sich die Füsse über Herzhöhe befinden. Der Rücktransport des Blutes wird unterstützt, es staut sich weniger in den Beinen.

Auch falls ein paar Kilos entbehrt werden könnten; denn jedes weniger entlastet die Beine und den gesamten Organismus.

Eine leichte Ernährung mit viel grünem Gemüse und Früchten schmeckt (auch) den Venen.

Vor allem aber viel Wasser trinken!

Rauchen und Alkohol verschlimmern das Venenproblem.

Mehr Bewegung

Im Büro, im Stehen oder auf langen Reisen gibt es stattdessen Wadengymnastik: Füsse flach auf den Boden stellen, dann zwischen «Zehenspitzen nach oben» und «Fersen nach oben» hin und her» wechseln.

«Und wo sich das Sitzen und Stehen partout nicht vermeiden lässt, kann ab und zu auf Zehenspitzen gestanden oder die Füsse unter dem Tisch gekreist werden. Dadurch wird die Pumparbeit unterstützt.»

Wer auf die berühmte Trainingsmethode von Tracy Anderson «Fit for Fashion – the ultimate leg workout» steht, macht seine Beine mit Kniebeugen, den sogenannten Squats, fit. Dabei steht die Interessierte breitbeinig hin, das Becken leicht nach hinten, die Arme nach vorne gestreckt und den Rücken in gerader Haltung. Dann macht sie im Intervall 30 Kniebeugen – eine Minute Pause – 20 Beugen – eine Minute Pause – zehn Beugen. Das formt nicht nur die Beine und das Gesäss, stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern durchblutet die Gefässe.

Experten empfehlen auch, mindestens 30 Minuten pro Tag flott zu gehen oder auf den Hometrainer zu steigen, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht.

«Schlecht ist Sitzen lange an einem Stück! Bewegen sollte sich die Betroffene zwischendurch immer etwas, zum Beispiel Treppen steigen oder einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause.»
Jacqueline Trachsel

Wer viel stehen muss, sollte die Beine von Zeit zu Zeit entlasten, indem die Position geändert oder die Füsse auf ein Podest gestellt werden. Wenn möglich, auch mal hinsetzen. Wer ein erhöhtes Risiko für eine Venenschwäche hat, zum Beispiel durch ein schwaches Bindegewebe, kann auf die oben genannten Tipps zurückgreifen. Solche können auch während der Arbeit gemacht werden.

Ziel ist es, dem Patienten nach ärztlichen Untersuchungen aufzuzeigen, wie die Beschwerden möglichst komplikationsfrei zu beheben sind. Mit einer Screening-Methode wird die Funktion der zum Herzen führenden Venen sichtbar gemacht.