Ödeme
Lesezeit ca. 4 min

Ödeme können sehr viele verschiedene Ursachen haben. Die Skala der Beschwerden ist breit gefächert und reicht von harmlos bis lebensbedrohlich. In jedem Fall sollte die Ursache abgeklärt werden, damit entsprechend behandelt werden kann.

Wasser im Körper

Unser Körper besteht zu einem grossen Teil aus Wasser, durchschnittlich sind es bei Erwachsenen etwa 65 Prozent. Je nachdem, wo man im Körper misst, sind die Wasseranteile aber sehr unterschiedlich: So besteht das Blut zu rund 95 Prozent aus Wasser, Muskelgewebe zu 75, Körperfett zu 25 und Knochen zu 20 Prozent.

Die Verteilung und der Gesamtwasseranteil des Körpers hängen von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter, dem Geschlecht oder dem Trainingszustand. Ein gut trainierter Körper hat mehr Muskelmasse und somit auch insgesamt einen höheren Wasseranteil. Neugeborene weisen gegenüber dem Durchschnitt einen 10 Prozent höheren Wasseranteil im Körper auf, bei Frauen ist dieser um bis zu 10 Prozent geringer.

Wie entsteht ein Ödem?

Bei einem Ödem (früher auch als Wassersucht bezeichnet) dringt Körperflüssigkeit aus den Zellen in das Gewebe ein. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Druck auf die kleinen, oberflächlichen Blutgefässe zu hoch ist oder wenn die Gefässe geschädigt sind. Im Verhältnis befindet sich dann zu viel Flüssigkeit im Gewebe.

Charakteristisch sind Schwellungen und ein Spannungsgefühl. Drückt man mit dem Finger auf die betroffene Stelle, entstehen sichtbare Dellen, die sich langsam wieder glätten. Ein Ödem kann lokal auftreten, zum Beispiel am Unterschenkel – oder auch am gesamten Körper.

Ursachen für die Entstehung eines Ödems gibt es viele: Eine Venenschwäche, Durchblutungsstörungen, hormonelle Veränderungen, wie sie beispielsweise in der Schwangerschaft oder im Verlauf des Monatszyklus‘ auftreten, Herzschwäche, Störungen im Lymphsystem, Nieren- oder Leberleiden, starkes Übergewicht, eine Allergie oder eine Schilddrüsenunterfunktion können mögliche Auslöser sein.

Auch die Einnahme gewisser Medikamente (manche Schmerzmittel, Blutdrucksenker oder Hormone) kann Ödeme hervorrufen.

Manchmal lässt sich aber auch keine Ursache für die Beschwerden feststellen; dann spricht man von einem idiopathischen Ödem.

Die Behandlung von Ödemen

«Zwar gibt es entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika, die vom Arzt verschrieben werden können, um Wasser aus dem Gewebe zu schwemmen. Sie helfen allerdings nur gegen die Symptome; die Ursache selber bekämpfen sie nicht.»
Christiane Schittny

Deshalb ist es sehr wichtig, möglichst den Grund der Beschwerden zu ermitteln. So können das zugrunde liegende Leiden gezielt behandelt und die Ödeme zum Verschwinden gebracht werden.

Als langfristige Therapie bei Venenproblemen und Durchblutungsstörungen empfehlen sich viel Bewegung und sanfte Sportarten wie Schwimmen, Velofahren oder Wandern sowie auch spezielle Venengymnastik.

Hilfe bei Venenschwäche

Da Venenbeschwerden ein häufiger Grund für Ödeme sind und in diesem Fall auch einige einfache Massnahmen helfen, soll im Folgenden noch speziell darauf eingegangen werden.

«Anzeichen einer beginnenden Venenschwäche sind schwere und geschwollene Beine, die sich vor allem am Abend und bei warmem Wetter bemerkbar machen.»
Christiane Schittny

Um diese Symptome zu lindern, stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung: Am häufigsten werden sogenannte Flavonoide eingesetzt. Das sind pflanzliche Wirkstoffe, die beispielsweise in Extrakten aus rotem Weinlaub oder Rosskastanien vorkommen. Ihre positive Wirkung auf die Venen ist wissenschaftlich nachgewiesen. Sie kräftigen die Venen und schützen die Venenwände. Diese Medikamente können eingenommen oder in Form von Salben oder Gels lokal aufgetragen werden.

Kompressionstherapie

Das Konzept dieser Therapie beruht auf dem Prinzip, dass elastische Strümpfe die Venen von aussen komprimieren. Sie unterstützen auf diese Weise den venösen Rückfluss zum Herzen, schonen die Venenwände und wirken der Bildung von Ödemen entgegen. Wer unter Venenerkrankungen leidet, sollte deshalb Kompressionsstrümpfe tragen. Diese bauen den höchsten Druck im Knöchelbereich auf, beinaufwärts nimmt er langsam ab.

Es stehen Strümpfe in verschiedenen Kompressionsklassen zur Verfügung. Aufgrund der Schwere der Venenschädigung entscheidet der Arzt, welche Kompressionsklasse angebracht ist. Kompressionsstrümpfe müssen immer individuell angemessen werden, damit sie die optimale Wirkung erzielen können.