18. November 2021

Schneeblindheit und ihre Folgen

Schneeblindheit und ihre Folgen
Lesezeit ca. 4 min

Es passiert häufiger, als wir denken, und zwar überall dort, wo intensive Sonnenbestrahlung mit einem hohen Anteil an ultraviolettem Licht auf Schnee und andere sehr helle Erdoberflächen trifft. Es kann also nicht nur in den Bergen, sondern auch beim Segeln auf dem Meer oder gar bei einem Langstreckenflug zu «Schneeblindheit» kommen.

Was ist Schneeblindheit?

Die medizinischen Begriffe Photokeratitis sowie aktinische Keratose beschreiben den Zustand der sogenannten Schneeblindheit. Die Schneeblindheit stellt eine relativ schmerzhafte Verletzung der Hornhaut dar; bei schweren Fällen muss deshalb eine sofortige medizinische Behandlung erfolgen. Es beginnt mit einer relativ harmlosen Augenrötung und kann bei kompletter vorübergehender Blindheit mit dauerhaften Schäden enden.

Zwar verträgt das Auge nicht nur Tageslicht, sondern auch diverse Sonneneinstrahlungen, sofern diese nicht direkt in das Auge fallen. Liegt jedoch ein erhöhter UV-Anteil vor beziehungsweise werden die Augen nicht geschützt, können irreparable Schäden an der Hornhaut entstehen. Die Hornhaut übernimmt die Aufgabe des Absorbierens der UV-A-B-Anteile, welche im Sonnenlicht vorhanden sind.

Gefährliche UV-Strahlung

Besonders gefährlich sind Schneeblindheit und Schweissblende (künstlich erzeugtes UV-Licht als Auslöser) deshalb, weil die Betroffenen noch nicht auf die Symptome aufmerksam werden, solange sie sich der Gefahr aussetzen. Wer sich der besonders starken UV-Strahlung in den Bergen aussetzt, ohne dabei eine Sonnenbrille zu tragen, riskiert eine sonnenbrandähnliche Verletzung des Auges. Dies liegt auch am Schnee, welcher die Sonnenstrahlen an strahlend schönen Wintertagen gefährlich reflektiert, doch er macht nicht blind. Besonders im Gebirge, wo die UV-Strahlung höher ist, muss der Mensch seine Augen besonders schützen. Die Verblitzungen machen sich erst drei bis zwölf Stunden nach dem auslösenden Ereignis bemerkbar.

Symptome der Verblitzung

  • Entzündete und auffallende Augenrötung
  • Fremdkörpergefühl
  • Starke Augenschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verstärkter Tränenfluss
  • Zwanghaftes Schliessen der Augen (Lidkrampf)
  • Verschlechterung der Sehkraft

Wenn die Augen verblitzt sind, werden sie schnell sehr lichtempfindlich. Das beginnt mit stärkerem und häufigerem Zusammenkneifen der Augen und reicht bis hin zu stechenden Schmerzen, sobald das Auge offenbleibt. Diese Lichtempfindlichkeit führt eben oft – wie erwähnt – zu einem Lidkrampf, bei dem der Betroffene beginnt, das Auge zwanghaft zu schliessen, um die Situation erträglicher zu gestalten.

Die klassische Verblitzung nach dem Skifahren verursacht meist nur leichte Hornhautschäden, die das Auge selbst heilen kann. Erfahrungsgemäss sind die kaputten Zellen ein bis zwei Tage später so weit abgestossen, beziehungsweise die Hornhaut so erneuert, dass die Beschwerden abklingen.

Schützen oder Behandeln

Wie reagieren bei Symptomen?

Deshalb gilt es, die Augen so rasch als möglich zu entlasten, wenn erste Symptome, wie oben beschrieben, bemerkt werden.

  • Weitere Sonneneinstrahlung vermeiden
  • kein Augenreibenk
  • eine Kontaktlinsen tragen
  • ein kühles Baumwolltuch auf die geschlossenen Augen legen
  • sich wenn möglich in dunklen Räumen aufhalten

Helfen können in vernünftigem Masse eingenommene rezeptfreie Schmerzmittel, Tropfen und Salben mit entzündungshemmender Wirkung.

Die Augenentzündung und die damit verbundenen starken Schmerzen treten häufig erst am Abend oder in der Nacht auf. Wenn selbst kalte Auflagen und Bettruhe im abgedunkelten Raum nicht helfen, um diese Beschwerden abklingen zu lassen, suchen Patienten mit Verblitzungen noch spät in der Nacht Hilfe beim Augenarzt. So lässt sich feststellen, wie sehr die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ist die Verbrennung stark, können ohne ärztliche Behandlung irreparable Schäden wie Narben zurückbleiben, die auch das Sehvermögen beeinträchtigen.

Augen richtig schützen

Eine Sonnenbrille oder Gletscherbrille der Kategorie 4 mit entsprechenden Schutzelementen an den Seiten bietet bereits eine hohe Sicherheit. Linsen mit UV-Schutz schützen nur bedingt, da die nicht bedeckten Augenpartien keinen Lichtschutz haben.

Wer sich also an einfache Grundregeln hält, spielt nicht mit der Gesundheit seiner Augen!