Schutz vor Zecken
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Gefürchtete Zecken: Bald lauern die Zecken wieder auf Wirte, wenn die Temperaturen steigen. Mit ihrem Stich übertragen die Blutsauger rund um den Globus gefährliche Krankheitserreger.

Zeckenrisikogebiet Schweiz

Bald lauern Zecken wieder auf Wirte! Normalerweise im Grosseinsatz, kann es aber im Sommer bei hohen Temperaturen und einer tiefen Luftfeuchtigkeit vorkommen, dass die Tierchen für eine gewisse Zeit verschwinden, dann aber an milden, eher feuchten Herbsttagen noch einmal zum Vorschein kommen. Bei sehr tiefen Temperaturen im Winter verziehen sie sich ins Erdreich oder sterben. Ist aber der Winter in einer ersten Phase mild, können Zecken noch aktiv sein und auf einen passenden Wirt lauern. Ihre gewohnte Umgebung ist hohes Gras, Moos, Büsche und Wälder, im Unterholz, Waldlichtungen und in Flussnähe.

Mit der Klimaerwärmung verlagert sich die Vegetation in den Alpen tendenziell nach oben. Dadurch erweitert sich der Aktionsradius der Zecken. Grundsätzlich gilt die ganze Schweiz bis zu einer Höhe von 2000 Metern über dem Meeresspiegel als Zeckenrisikogebiet.

Frühzeitig impfen ist sinnvoll

Nebst der entscheidend wirksamen Covid-19-Impfung steht, bevor es Sommer wird und Temperatur und Luftfeuchtigkeit als wichtige Einflussfaktoren gelten, eine weitere an: jene gegen die Folgen gefährlicher Zeckenbisse. In der Schweiz ist vor allem die zunehmende Gehirn- beziehungsweise Hirnhautentzündung (FSME) im Blickfeld. Dagegen gibt es eine wirksame Dreischritt-Impfung, welche aber nicht vor der weit häufigeren Borreliose-Infektion schützt.

Zecken lassen sich auf Wild, Nager und andere Tiere fallen. Mit ihrem Stich übertragen sie gefährliche Krankheitserreger. Menschen spüren jene Stiche/Bisse in die Haut meist gar nicht oder sie kratzen – wenn auch unwissentlich – das Tierchen selber ab, bevor dieses sich sofort weiterentwickeln kann. Daher ist zu empfehlen, nach einem Querfeldein trotz langer Körperschutzkleidung, robustem Schuhwerk und Anti-Zecken-Spray, den Körper vorsichtig nach Zecken abzusuchen.

Schutz vor Zecken

Hat die Zecke aber unbemerkt zugebissen respektive gestochen, sind es die kleinen Blutsauger, welche die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), aus der mögliche Hirnhautentzündungen folgen, übertragen. Die Erkrankung verläuft wie eine Grippe, kann aber ernste und bleibende Folgen haben; bei schweren Verläufen Lähmungen, schlimmstenfalls den Tod.

Die Gehirn- beziehungsweise Hirnhautentzündung (FSME-Infektion) ist weltweit verbreitet und in Europa auf dem Vormarsch. Von 2005 bis 2019 bewegten sich die Zahlen in der Schweiz zwischen 100 und 250 Fällen pro Jahr. Wegen der Zunahme zeigte die Situation im letzten Jahr eine Registration von 435 Fällen auf. Nicht unschuldig dafür: der Lockdown im Frühjahr. Im Jahr 2018 wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) 377 FSME-Erkrankungen gemeldet, damals der Höchststand. Entscheidender Punkt bei den Erkrankungszahlen: das konstant schöne Wetter, das die Menschen viel mehr in die Natur zog.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt allen Erwachsenen und Kindern ab sechs Jahren, welche in (FSME-)Risikogebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten eine Impfung gegen Gehirn- beziehungsweise Hirnhautentzündung (FSME).

Nötig ist die Impfung für eine vollständige Grundimmunisierung; die ersten beiden Injektionen innerhalb von ein bis drei Monaten. Mit der dritten Impfung in der Regel nach fünf, neun oder zwölf Monaten wird ein Langzeitschutz von mindestens 95 Prozent erreicht. Das Bundesamt für Gesundheit rät alle zehn Jahre zur Auffrischimpfung.

Behandlung von Borreliose

Neben der wichtigen (FSME-)Virusimpfung kann die andere bedeutende Erkrankung, wenn durch einen Zeckenbiss Borreliose-Bakterien in den Organismus gelangt sind, mit einer überwachten Antibiotika-Therapie erfolgreich behandelt werden. Eine Impfmöglichkeit gibt es nicht, deshalb ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung dringend nötig. Meist werden Borrelien, also jene Bakterien, die die häufigste Borreliose-Krankheit auslösen, von Zecken innerhalb von 16 bis 72 Stunden auf den Menschen übertragen. Ein sicheres Zeichen auf der Haut ist der rote Ring, der sich um den Zeckenstich bildet, sich ausbreitet und schubweise verläuft: die sogenannte Wanderröte.

Schutz vor Zecken

Bei einigen Patienten kommt es zu einem frühen Befall der Haut und des Nervensystems (Nervenwurzeln im Rückenmark). Wenn nicht oder ungenügend behandelt wird, können die Bakterien Organe angreifen. Bis Ende Oktober 2019 wurden schweizweit 9300 akute Fälle von Borreliose gemeldet, die Zahlen entsprechen dem Mittel der vergangenen Jahre.