Trinktipps im Alter
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Genug trinken im Alter heisst die Devise! Doch den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken, fällt vielen Seniorinnen und Senioren schwer. Ein Mangel kann gesundheitliche Folgen haben. Mit ein paar Tipps sollte es nicht so weit kommen.

Gefährlicher Flüssigkeitsmangel

Gerade Seniorinnen und Senioren trinken häufig viel zu wenig und riskieren dadurch gefährliche Probleme. Denn mit dem Alter sinkt der Anteil des eigenen Körperwassers. Doch wie wichtig das kühle Nass ist, wissen viele gar nicht: Wasser hält die Haut straff und die Schleimhäute feucht und schützt so vor Krankheitserregern. Flüssigkeit lässt den Inhalt des Darms aufquellen und bringt Bewegung ins Organ. Wasser hält das Blut flüssig, sodass es alle Organe optimal versorgen kann.

«Doch oft sinkt im Alter das Durstgefühl – dies, obwohl gerade ältere Menschen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf haben. Häufig ist es die Angst vor nächtlichem Harndrang oder ungewolltem Wasserlassen, weshalb bewusst auf die nötige Flüssigkeit verzichtet wird.»
Jacqueline Trachsel

Aber auch ein Prostataleiden bei Männern oder die Sorge, ausser Haus nicht rechtzeitig eine Toilette zu finden, können weitere wichtige Trinkhemmnisse sein.

Flüssigkeitsmangel trägt unter anderem Schuld an ernstzunehmenden Beschwerden wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Neigung zu Harnwegsinfekten, Schwindel, Schluckstörungen, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Verwirrtheitszuständen bis hin zu Bewusstlosigkeit; oder gar lebensbedrohlichen Situationen wie Austrocknung des Körpers (Dehydration und Mineralstoffhaushalt-Entgleisung).

Ältere Menschen, die beispielsweise bereits an Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen leiden, sollten allerdings mit ihrem Arzt/ihrer Ärztin besprechen, welche Trinkmenge sie genau benötigen. Der Flüssigkeitsbedarf kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Was und wieviel trinken?

Trinken sollte man, bevor der Durst kommt. Denn dieser zeigt an, dass bereits ein Mangel vorliegt. Deshalb raten Fachleute: Das beste Getränk ist auch für Seniorinnen und Senioren Wasser – entweder Leitungs- oder Mineralwasser, je nach Geschmack oder Verträglichkeit mit oder ohne Kohlensäure.

Wer sich gleich morgens seine Tagesration bereitstellt, ist auf der sicheren Seite. Es gilt, die Trinkmenge gleichmässig über den Tag zu verteilen.

Dabei kann der Körper maximal fünf Deziliter pro Stunde via Darm aufnehmen. Gesunde Seniorinnen und Senioren trinken schon bei normalen Temperaturen mindestens 1,3 Liter, besser sogar 1,5 Liter Flüssigkeit aus Nahrung und Getränken. Bei Hitzesommern kann der Bedarf deutlich höher ausfallen. Entsprechen zum Beispiel zwei Liter etwa acht Gläsern Wasser, sollten morgens zwei Ein-Liter-Flaschen aufgefüllt werden, die am Abend leer sein müssen.

Strategien, genügend zu trinken

Sind Sie nicht sicher, wie Sie es schaffen sollen, täglich beispielsweise acht Gläser Wasser zu sich zu nehmen? Dann haben wir hier einen weiteren Tipp, um den Wasserkonsum zu einer Priorität zu machen:

  • Warum nicht einen Trink-Rhythmus einhalten? Trinken Sie etwa nach dem Aufstehen und um zehn Uhr ein Glas Wasser. Machen Sie sich den Fünf-Uhr-Tee sowie ein Getränk zu jeder Mahlzeit zur Selbstverständlichkeit und sorgen Sie so für die benötigte Trinkmenge.
  • Bei Hunger hilft ein Glas Wasser gegen Heisshungerattacken und macht schneller satt.
  • Trinken Sie auch, wenn Sie abgelenkt sind – egal ob bei der Arbeit, beim Sport oder nehmen Sie stets ein Glas und trinken Sie schluckweise daraus.
  • Für Abwechslung sorgen ungesüsste Früchte- und Kräutertees oder verdünnte Saftschorlen. Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Auch Speisen mit einem hohen Anteil an Wasser wie Suppen, Brühen, Eintöpfe, Gemüse und Obst tragen zur Bedarfsdeckung bei. Variieren Sie auch bei den Speisen – Abwechslung kann die Trinkmotivation erheblich fördern.

Besonders bei älteren Menschen, die sehr wenig essen, ist die Getränkemenge unbedingt anzupassen.

Fazit: Individuell bevorzugte Getränke und Trinkpensen sollten durch Angehörige, Betreuer*innen und Fachpersonal erhoben und berücksichtigt werden.