17. August 2021

Was Nieren schadet

Was Nieren schadet
Lesezeit ca. 5 min

Mit den Jahren steigt das Risiko für eine Nierenschwäche. Tipp für gesunde Nieren: Trinken ist das A und O! Wer zudem auf eine ausgewogene Ernährung achtet, schützt seine Nieren.

Neben der Leber sind die Nieren der wichtigste Ort, über den der Körper Medikamente entsorgt. Von der Funktion der beiden bohnenförmigen Filterorgane hängt es ab, wie gut ein Mittel oder seine Abbauprodukte ausgeschieden werden. Auf der anderen Seite gibt es viele Arzneien, die der Niere selbst schaden.

Nierenerkrankung erkennen

Aber im frühen Stadium einer Nierenerkrankung fühlen sich viele Betroffene gar nicht wirklich krank.

Ein Hinweis auf Nierenschäden können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sowie verstärkte Wassereinlagerungen in den Beinen – so genannte Ödeme – sein. So können Entzündungen der Niere ebenso mit Fieber und Schmerzen einhergehen.

Nierenschmerzen erkennt man daran, dass sie im Gegensatz zu Rückenschmerzen nicht bewegungsabhängig sind. Zudem sind sie meist nicht anhaltend, sondern treten krampfartig auf. Sie breiten sich seitlich entlang der Wirbelsäule bis in den Unterbauch und die Leisten aus – einseitig, wenn nur eine Niere geschädigt oder krank ist, und beidseitig, wenn beide Nieren betroffen sind.

Mehr noch: Untersuchungen zeigen, dass eine schlechte Funktion des Filterorgans auch das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Wer den Verdacht hat, dass mit seinen Nieren etwas nicht stimmt, sollte zum Arzt gehen. Dieser kann Blut- und Urintests durchführen, die Aufschluss über einen Nierenschaden geben.

Zudem ist es sinnvoll, ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung «Check-up 35» durchzuführen, dabei werden Blutzucker- und Blutdruckwerte bestimmt.

Wer unter hohem Blutdruck oder Diabetes leidet – diese Erkrankungen treten oft gemeinsam auf – muss auf die Gesundheit seiner Nieren ganz besonders achten. Deshalb ist es bei regelmässiger Medikamenteneinnahme besonders wichtig, seine Nierenfunktion von einem Spezialisten überwachen zu lassen.

Was Nieren schadet

Genug trinken für die Nieren

Gesunde Senioren, die körperlich normal aktiv sind, sollten eineinhalb bis zwei Liter pro Tag trinken: Wasser, Kräutertee, aber auch Kaffee zählt mit dazu.

Unter Nierenproblemen durch Flüssigkeitsmangel leiden am häufigsten ältere Menschen, die zu wenig getrunken haben. Meist haben sie – aus gutem Grund und zur Unterstützung ihres Herzens – entwässernde Tabletten eingenommen und leiden unter akutem Flüssigkeitsmangel, wenn sie zu wenig trinken. Das führt dazu, dass die Nieren ihre Funktion teilweise einstellen.

Dabei gibt es Warnsignale zu beachten, denn bei den meisten Nierenerkrankungen dauert es lange, bis richtige Beschwerden auftreten. Schmerzen, die Richtung Blase ausstrahlen, sind dafür typisch. Bei Nierenentzündungen kann der Urin rötlich, das heisst blutig sein; bei Entzündungen des Nierenbeckens häufig trüb. Wird viel Eiweiss ausgeschieden (ein Zeichen für eine Fehlfunktion der Niere) schäumt der Urin manchmal auch. Normalerweise sollte Urin, (je nachdem, wie viel man getrunken hat), weisslich, gelblich oder bräunlich sein – niemals aber rötlich.

Vorsorge durch ausgewogene Ernährung

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke wie Diät-Limonaden tun den Nieren nichts Gutes. Das zeigt eine Untersuchung am Brigham und Women`s Hospital in Boston. Als Ursache ermittelte das Forscherteam künstliche Süssstoffe wie Aspartam und Sucralose.

Ebenso belastend ist ein hoher Fettkonsum. Denn Fett fördert Übergewicht und verschlechtert zudem auch die Blutzucker- und Blutdruckwerte.

Was für Fett gilt, gilt auch für Salz. Eine zu hohe Aufnahme kann sich ebenfalls ungünstig auf die Gesundheit der Nieren auswirken und gehört nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie zu den schlimmsten Risiken für das Organ. Was viele nicht wissen: Viele Fertiggerichte, Würstchen, Gurken, Snacks enthalten hohe Mengen an Salz. Und Finger weg von harten Alkoholika!

Dabei gilt es auch auf Lebensmittel mit Oxalsäure zu achten, die auf Dauer die Funktion des lebenswichtigen Organs beeinträchtigen können: Eistee und Gemüsesorten wie Mangold, Spinat, Rhabarber sind trotz einer Vielzahl gesunder Vitamine und Mineralstoffe bei übermässigem Verzehr nicht empfehlenswert, denn sie enthalten auch einen hohen Anteil an Oxalsäure und fördern Nierensteine.

Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet, schützt seine Nieren. Hierzu gehören – ausgewogen – viel frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und ein geringer Anteil an tierischen Fetten.