Weniger Kummer mit der Ignatiusbohne
Lesezeit ca. 4 min

Die Ignatiusbohne (Strychnos ignatii) stammt aus der Familie der Brechnussgewächse (Loganiaceae). Die Samen der Brechnuss sind sehr giftig. Homöopathisch verdünnt jedoch ein wirksames Heilmittel.

Botanik und Herkunft

Die Ignatiusbohne ist eine asiatische Kletterpflanze. Sie rankt sich Bäumen entlang bis in die höchsten Kronen, wo sie viel tropisches Sonnenlicht geniesst. Leider ist sie durch den teilweise massiven Abbau von Tropenholz stark gefährdet, denn ohne hohe Tropenbäume kann sie nicht überleben.

Den Namen Ignatius erhielt sie im 17. Jahrhundert vom spanischen Priester Ignatius von Loyola. Man ehrte damit den Begründer des Jesuitenordens. Denn es waren spanische Missionare, die den tropischen Samen mit nach Europa brachten. Die Ignatiusbohne nennt man bei uns auch Brechnuss – und das nicht ohne Grund.

Wirkung der Ignatiusbohne

Alle Pflanzenteile sind giftig. Sie enthalten, wie der lateinische Name «Strychnos ignatii» erkennen lässt, Strychnin. Dieser Pflanzeninhaltsstoff ist ein äusserst giftiges Alkaloid. Schon geringe Dosen sind für den Menschen gefährlich. Früher verwendete man Strychnin sogar als tödliches Rattengift. Als Mordwaffe taugt das Gift allerdings wenig, da es oral aufgenommen schon in kleinsten Dosen riechbar ist.

Vergiftet man sich mit der Brechnuss, bekommt man Atemnot, Muskelzittern und schwere Krämpfe.

Trotzdem, oder gerade deswegen, verwendete man in asiatischen Regionen, wo die Brechnuss heimisch ist, deren Samen als Heilmittel. In kleinen Dosen wirkt der Samen der Ignatiusbohne anregend. Aus diesem Grund nahmen Sportler sie vor über hundert Jahren als Dopingmittel ein. Das ist allerdings ein gefährliches Spiel um einen Pokal.

Auch als Rauschmittel wurde die Brechnuss eingenommen. Sie fördert nämlich die Wahrnehmung, etwa Farben werden intensiver erlebt. Von einer solchen Verwendung ist allerdings dringend abzuraten. Die Brechnuss ist schon in geringen Dosen gefährlich und eine Vergiftung kann tödlich enden.

Gegen Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden

Trotz ihrer Gefährlichkeit ist die Ignatiusbohne ein Heilmittel in der ayurvedischen Medizin. Der Samen dient verständlicherweise als Brechmittel bei Vergiftungen. Er wird zudem gegen Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden und Übelkeit verschrieben. Die Bohne lindert ausserdem Frauenbeschwerden während der Menstruation. Besonders geeignet sind homöopathische Arzneimittel der Bohne.

«Da die Arzneimittel der Homöopathie bekanntlich nur in starken Verdünnungen eingenommen werden, kann sich die Heilkraft ohne Vergiftungsgefahr voll entfalten.»
Judith Dominguez

«Nux vomica», was nichts anderes als Brechnuss auf Lateinisch heisst, ist in der Verdünnung D6 erhältlich. Diese Globuli wirken gegen allerlei Magen- und Darmbeschwerden wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Übelkeit.

Ignatiusbohne in der Homöopathie

Als «Ignatia amara» bietet die Homöopathie verdünnte getrocknete Samen gegen psychische Beschwerden an. Das ist gerade in unserer Zeit eine wichtige Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Viele Menschen leiden unter Stress oder depressiven Verstimmungen. Zwar hat dies mit unserer Lebensweise und den Arbeitsbedingungen zu tun, doch diese lassen sich oft nicht so ohne weiteres verändern. Wer sich antriebslos, erschöpft oder angespannt fühlt, kann durch die Globuli vielleicht ein wenig Linderung erhalten.

«Die Samen der Ignatiusbohnen sollen gar gegen Traurigkeit helfen und Folgen von traumatischen Erlebnissen lindern.»
Judith Dominguez

Wohl verstanden, immer in homöopathischen Dosen. Und wie bei chemischen Medikamenten, sollte man nicht über längere Zeit an sich selbst herumdoktern, sondern einen Facharzt/eine Fachärztin konsultieren. Doch bei kurzfristigen Beschwerden, wie etwa einer frischen Kränkung oder Enttäuschung, die man nicht schnell überwinden kann, helfen die Globuli über die ersten schweren Tage hinweg. Jedenfalls wirbt die Homöopathie mit der Ignatiusbohne als Kummermittel. Ein Versuch ist es wert, denn die homöopathische Bohne ist garantiert nicht giftig und kann bedenkenlos eingenommen werden, sogar von Kindern, die unter starkem Schul- und Lernstress leiden.