Die vielseitige Kokosnuss
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Seit Tausenden von Jahren werden Kokospalmen angebaut, um deren Früchte zu ernten. Im Altgriechischen heisst Kókkos «der Kern» oder «die Beere» – davon ist ihr Name auch im Deutschen abgeleitet. Die grosswüchsige Palme ist geradezu Sinnbild für tropische Strände und Ferienidylle. Doch ihre Früchte haben weit grössere Bedeutung, als nur die sonnengebräunten Touristen zu erfreuen.

Herkunft der Kokosnuss

Die Kokosnuss ist weltweit im Handel, und die Palme wird auf über elf Millionen Hektar Anbaufläche gepflegt. Da die Pflanze sehr kälteempfindlich ist, beschränkt sich ihr Anbau auf die warmen Regionen der Welt. Ursprünglich kommt sie aus den feuchten und heissen Tropen.

Um sich über den gesamten tropischen Weltgürtel zu verbreiten, benötigte die Palme nicht einmal die Hilfe des Menschen. Kokosnüsse fallen nämlich nicht selten ins Wasser und treiben so lange auf dem Meer, bis sie an einem Strand angespült werden. Dort angekommen, schlagen sie Wurzeln, lassen wiederum Nüsse in Flüsse fallen, die ins Landesinnere schwimmen. Auf diesem natürlichen Weg verbreitet sich die Kokospalme und spendet den Menschen vielseitig verwendbare Rohstoffe und schmackhafte Nahrung.

Die Kokosnussspendet den Menschen vielseitig verwendbare Rohstoffe, Nahrung und Kosmetik.

Fruchtfleisch, Kokosöl und Kokoswasser

Die Kokosnuss ist botanisch betrachtet eine Steinfrucht. Das weisse Fruchtfleisch ist selbst in unseren kühlen Regionen allseits bekannt. Es ist aromatisch und kann roh verzehrt werden. Getrocknet wird es vielen Produkten beigemischt – beispielsweise dem Müesli, Backwaren oder Joghurt.

«Aus dem getrockneten Fruchtfleisch – «Kobra» genannt – wird zudem Öl und Fett gewonnen. Beide sind reich an ungesättigten Fettsäuren und gehören deshalb zu den gesunden Fetten.»
Judith Dominguez

Was auch immer wir mit diesem Öl oder Fett in der Küche braten, backen oder frittieren, bekommt einen feinen aromatischen Geschmack. Besonders geeignet ist Kokosöl oder -fett zur Zubereitung asiatischer Rezepte.

Die noch jungen, grünen Früchte sind prallvoll mit Kokoswasser, das in seinen Herkunftsländern direkt aus der Nussschale getrunken wird. Um an das köstliche Getränk zu gelangen, wird einfach ein Trinkhalm durch eines der noch weichen Keimlöcher gestossen.

«Die Kokosnuss enthält also keine Milch: Kokosmilch wird aus getrocknetem Fruchtfleisch hergestellt und ist darum ebenso weiss wie dieses.»
Judith Dominguez

Das Fruchtfleisch ist nicht nur wichtig für die Ernährung, sondern auch als Bestandteil vieler kosmetischer Produkte: Kokosöl pflegt die Haut und wirkt antibakteriell.

Vielfältiger Rohstoff

Nicht nur die Frucht selbst nützt uns Menschen, sondern auch andere Pflanzenteile: Aus den Schalen lassen sich hübsche Dekorationen basteln oder Masken schnitzen. Auch sind sie als natürliches Gefäss oder Trinkschale einsetzbar. Die halbierte Nuss wird in ihrer Heimat teilweise mit einer Tierhaut bespannt und als Musikinstrument verwendet.

Palmfasern sind widerstandsfähig und beständig. Aus ihnen lassen sich Matten, Körbe oder Seile flechten. Sie dienen zudem als Füllmaterial für Matratzen. Die Palmwedel liegen als Dächer auf den traditionellen Hütten oder finden zusammengebunden eine gute Nutzung als Besen. Ebenso nutzen die Einheimischen in den Tropen das Holz als Baumaterial für Hütten, Schiffe, Haushaltsgegenstände oder Möbel.

Kokosblütenzucker

Und das sind noch nicht alle Verwendungszwecke: Aus dem Vitamin-B-reichen Palmsaft oder -nektar wird Essig und Zucker gewonnen. Kokos- oder Kokosblütenzucker ist inzwischen auch in unseren Breitengraden beliebt.

«Der zuckerhaltige Palmsaft enthält nur etwa 15 Prozent reinen Zucker und soll den Blutzuckerspiegel weniger stark beeinflussen.»
Judith Dominguez

Dank den vielen Mineralstoffen ist Palmzucker zwar ein wertvolles Nahrungsmittel – doch eine positive gesundheitliche Wirkung wurde bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen.